Vor längerer Zeit schon war ich mal im Kino, in einer Pressevorführung. Als der Kinosaal dunkel wurde und der Film startete, fing ein Gast, der direkt hinter mir saß, mit seiner Sitznachbarin zu plaudern an und zwar in Zimmerlautstärke. Irgendwann drehte ich mich um und bat den Gast höflich darum, Ruhe zu geben. Darauf versetzte er: „Ich bin Kritiker, ich muß den Film jetzt schon besprechen!“ – Claus Leggenie
Kurzkritik
Heute ist der neue SPIDERMAN in den Deutschen Kinos angelaufen, der dritte mittlerweile. Diesmal muß sich Spiderman, alias Peter Parker, mit drei neuen Gegnern (Sandman, Venom, Gwen Stacy) auseinandersetzen und mit seiner eigenen dunklen, rachsüchtigen Seite. Mit Eigenschaften, die Peter bald nicht mehr beherrschen kann. Daß er aber vom Fotoreporter zum leidenschaftslosen Telefonverkäufer degradiert und von Oliver Pocher dargestellt wird, daran muß man sich erst gewöhnen. Aber man gewöhnt sich ja an alles.
Link der Woche
haben wir diesmal nicht. Vielleicht gibt es ja in der folgenden Woche davon zwei.
Publikumsfrage
Da es Leser gibt, die die Leute der SGE-Redaktion für Siggi Götz-Experten halten, bekommen wir auch Anfragen, die wie folgt lauten:
„Wie heißt das Lied aus dem Film 3 SCHWEDINNEN IN OBERBAYERN, wo die 3 Frauen in einem Club tanzen und singen, sie singen immer hey hey hey…“
Wer kann dem Leser helfen?
Fortsetzungroman (dritter Teil)
Irgendwann vernahm Jocelyn eine Stimme, die ihr vertraut schien, eine Stimme, die sie in einem anderen Leben gefangen genommen hatte, aber ein wenig anders klang sie doch. Vielleicht deshalb, weil sie aus weiter Ferne zu kommen schien. Dann wurde sie deutlicher, und eine weibliche Stimme fragte: „Wie lange ist sie schon hier?“
„Vier Tage, es wäre an der Zeit, daß sie erwacht“, erwiderte die Männerstimme. Jocelyn wollte etwas sagen, aber sie konnte nicht. Ihre Zunge war schwer und ihre Kehle trocken. Mühevoll hoben sich ihre ebenfalls schweren Lippen, und sie sah dicht vor sich einen weißen Kittel.
„Sie rührt sich doch schon“, sagte die Frauenstimme. „Sprich mit ihr Orgi, ich muß jetzt in den OP.“
Orgi? Den Namen hat sie doch schon einmal gehört. Orgi, nennt sich so nicht King Orgasmus One, der charismatische Pornorapper aus Berlin, dem sie im Flugzeug nach München begegnet ist? (Fortsetzung folgt, Titel noch immer nicht gefunden)
Meta-Helden des Subkanons
SGE trauert um den Fernsehphilosophen Professor Karl Holzamer, „ein großer Glücksfall“ (Dr. Helmut Kohl) und Gründungsintendant des Zweiten deutschen Fernsehens, gestern gestorben in seinem hundertundersten Lebensjahr.
Link der Woche
Da wir gerade bei den Büchern über famose Film-Produzenten sind. Hier empfehlen wir nochmals das Buch über Erwin C. Dietrich, erschienen im Verlag Scharfe Stiefel.
Endlich eingetroffen: Die Supernase
Mit dem Prachtband Die Supernase – Karl Spiehs und seine Filme, erschienen im Wiener Ueberreuter-Verlag, liegt der SGE-Redaktion nun endlich das definitive SGE-Referenz-Buch in den Händen, das in der letzten Ausgabe noch so schmerzlich vermißt wurde. Direkt neue Informationen über Sig(g)i Götz-Rothemund sind in dieser Festschrift nicht zu erfahren, aber über das Milieu, worauf wir bestimmt noch zurückkommen werden…
Fortsetzungroman (zweiter Teil)
Sie rannte ohne sich umzusehen und es erschien ihr wie ein Wunder, als sie plötzlich ihr Auto unter einer Straßenlaterne stehen sah. Es war keine Täuschung, den kleinen, matt beleuchteten Blumenladen hatte sie auch in Erinnerung. Sie suchte nach dem Schlüssel in ihrer Tasche, die sich während des schnellen Laufens an sich gepreßt hatte, und endlich fand sie ihn unter all den kleinen Sachen, die sich immer bei sich hatte. Aber als sie ihn in der Hand hielt spürte sie einen keuchenden Atem im Genick, und als sie den Kopf halb zur Seite drehte, preßte sich eine Hand auf ihren Mund, und ein harter Schlag traf sie and er Schläfe, der sie sofort betäubte. Aber während sie fiel, der Umklammerung entgleitend, hörte sie eine Sirene und das Aufheulen eines Motors, das dann von anderen Motorengeräuschen übertönt wurde. Doch ihr Bewußtsein war schon entschwunden (Fortsetzung und Titel folgen)
Von Ingrid Steeger zu Gerd Bucerius
Der publizistische Gratulationsreigen anläßlich von Ingrid Steegers 60sten Geburtstag am 1. April war eher bescheiden. Routinemäßig wurde an ihre Auftritte in KLIMBIM erinnert und an ihre desaströsten Erlebnisse mit Männern. Auf ihre uferlose Kinokarriere wurde bestenfalls in Nebensätzen hingewiesen. Wir von der SGE-Redaktion sind vor einiger Zeit auf SONNE, SYLT UND KESSE KRABBEN (1971) von Jerzy Macc aufmerksam geworden, wo es um amoröse Abenteuer zweier süßer Blondinen auf Sylt geht. Nach Betrachtung dieses Films kann man Jerzy Macc ohne Aufenthalt zum Nordsee-Siggi Götz deklarieren. In SONNE, SYLT USW… lesen die Mitwirkenden übrigens auffallend oft im Stern und der Zeit. Das bringt einen auf einen anderen Jerzy Macc-Film: MATTANZA — EIN LIEBSTRAUM, der von Ebelin Bucerius produziert wurde, der Ehefrau des Stern– und Zeit-Verlegers Gerd Bucerius. Um seiner gelangweilten Frau ein bißchen Abwechslung zu ermöglichen, hat G. Bucerus 1968 ein paar Mark locker gemacht für diese Filmproduktion. Nach einer Sondervorführung sollen die Zeit-Mitarbeiter sehr zurückhaltend mit ihren Kommentaren gewesen sein.
PS: Ingrid Steeger hält es seit 2001 nicht für nötig die Rechnungen für ihren Internetauftritt zu bezahlen.