Vorbei: Das 25. Münchner Filmfest

Zum Jubiläum hatte sich das Festivalteam was „sehr Schönes ausgedacht“: „Wir feiern es (das Jubiläum), indem wir dieses Jahr die besten neuen Filme aus der ganzen Welt zusammentragen und nach München holen“ (Leiter Andreas Ströhl in seinem Editorial für das Filmfest-Programmmagazin). Erwähnenswert ist außerdem noch ein unfaßbar berückender Trailer des neugegründeten Freundeskreis Filmfest München, in dem sich namhafte Vertreter der Filmbranche zusammengeschlossen haben um das „Filmfest stärker in der Bürgerschaft Münchens zu verankern“. Leider ist der Internetauftritt erst noch im Entstehen.

Schwer im Trend: Unterdrückte Interviews (wie bei G. Tressler)

SGE hat wieder einmal den Trend gesetzt: Essays über die Umstände von unveröffentlichten bzw. unterdrückten Interviews sind im Kommen. Nach dem Erlebnisbericht von Ulrich Mannes in SGE Nr. 11 über dessen Interview-Begegnung mit Georg Tressler beschreibt Star-Interviewer André Müller im heutigen SZ-Magazin wie sein Gesprächsobjekt Gerhard Richter die Veröffentlichung des Gesprächs unterband.

Rainer Knepperges‘ Frage an den Leser

Stellen Sie sich vor, Ihnen fiele in einem Museums-Shop die kompakte VHS-Box „Les meilleurs films americains du parlant“, ausgewählt von den Cahiers du Cinema, in die Hände. Interessiert läsen Sie die Liste der Filme: SONS OF THE DESERT (William A. Seiter 1934); THE SPIDER WOMAN (Roy William Neill, 1944); CAUSE FOR ALARM (Tay Garnett, 1951); JOURNEY TO THE CENTER OF THE EARTH (Henry Levin,1959); THE LIGHT IN THE PIAZZA (Guy Green, 1962); WILL PENNY (Tom Gries, 1967); PAYDAY (Daryl Duke, 1973); TENDER MERCIES (Bruce Beresford, 1982); MY BLUE HEAVEN (Herbert Ross, 1990); GALAXY QUEST (Dean Parisot, 1999). Nehmen wir einmal an, Sie wären über die Auswahl ein wenig erstaunt. Sie vermissen die großen Namen. Was löst die plötzliche Abwesenheit der Autorentheorie bei Ihnen aus? A) Aufatmen? B) Beunruhigung? C) Zorn? D) Demut? Die Antwort ritzen Sie bitte innerhalb einer Woche in die Rinde einer Birke.

Vor 10 Jahren…

…einer Woche und einem Tag ist die Müncher Cineastenszene durch ein Kurzfilmprogramm des Kölner Filmhauses zum ersten Mal mit dem Namen Siggi Götz konfrontiert worden. Demnächst mehr.

Fortsetzungsroman (fünfter Teil – Arbeitstitel: Jocelyn & Orgi)

Jocelyn bewegte die Lippen, aber sie brachte keinen Laut hervor. „Sie brauchen keine Angst zu haben. Sie sind hier in Sicherheit und seit gestern haben wir auch einen ‚Chief Compliance Officer’. Würden sie mir sagen, wie Sie heißen?“ Sie war verwirrt. Wieso erwähnt er den ‚Chief Compliance Officer’? Das versuchte sie in ihre Gedankengänge einzuordnen, die sich nun doch bewegten in ihrem Hirn. „Ich kann mich an nichts erinnern“ wollte sie sagen, aber nur ein Gestammel löste sich jetzt von ihren trockenen Lippen. Ihre Zunge glitt darüber. (Fortsetzung folgt)

Auf der Suche nach einem G8-Chefredakteur

Aufgeschreckt von den Leitmedien Vanity Fair und Bild, die anläßlich des G8-Gipfels in Heiligendamm ihre Chefredaktionen mit engagierten Celebrities (Herbert Grönemeyer, Bob Geldof) gastweise besetzt haben, um wirkungsvoll gegen Armut und Hunger in Afrika aufzubegehren, will sich auch SGE nicht lumpen lassen: Nur, wer eignet sich als temporärer Chefredakteur? Vielleicht die Siggi-Götz-Darsteller Claus Obalski und/oder Rinaldo Talamonti, die im Verein mit ein paar SGE-Glamour-Boys und -Girls (vielleicht Christian Anders, Sybill Danning, Theresa Orlowski und Erik Zabel) eine SGE-Ausgabe als einzigen Aufschrei gegen das Unrecht in der Welt gestalten. Für den G8-Gipfel wird es jetzt doch ein wenig knapp. Aber beim nächsten ähnlich gelagerten Großereignis denken wir rechtzeitig dran!

Aktuelle Veranstaltungshinweise (zugleich Links der Woche)

Eigentlich schon zu spät der Hinweis, daß SGE-Leser Klaus Lemke (siehe 6.5.07) heute im Filmclub 813 seinen BRANDSTIFTER vorstellt. Aber morgen um 21 Uhr läuft im Münchner Filmmuseum DAS NASSE GRAB DER GRENZBANDITEN von Christian Mrasek & Rainer Knepperges (SGE), mit Christian Mrasek, Bernhard Marsch, Viviana Uriona, Petra Schmid und Ulrich Mannes (SGE), gedreht vor knapp 10 Jahren in München am Flaucher.