In eigener Sache (SGE #26)

„Leser verlangen nach kuratierten Inhalten“, das hat Klaus Brinkbäumer, der neue Spiegel-Chefredakteur, anhand von Analysen herausgefunden. Diese Erkenntnis haben wir von Anfang an beherzigt, nur gehen wir jetzt ein paar Schritte weiter: Fürs nächste SigiGötz-Entertainment kuratieren wir auch noch Abonnenten, Patenschaften und Anzeigenkunden. Falls Sie also in SGE #26 kuratiert werden wollen: e-Mail genügt.

Veranstaltungen der Woche

„Ekstatischer Rausch und katholische Scham, dufte Beatmusik, Whiskey-Soda und tanzende Mädels, schauspielerischdilettantische Mischungen aus Sex and Crime, garniert mit fade-ordinären Chansons.“ Das versprechen die drei Deutschen Sex-Krimis aus dem Jahren 1967/68, die ab heute im Münchner Werkstattkino gezeigt werden. „Ultrakunst“ – Hofbauer-Kommando.

Garden & Nünke †

Eine doppelte Todesmeldung ist uns eben erst aufgefallen: Am 7. Januar dieses Jahres ist der Schauspieler, Operetten-Buffo und Show-Master Peter Garden gestorben, und drei Tage später seine Ehefrau Margit Nünke, der als Miss Germany und Miss Europe eine kleine Filmkarriere u.a. an der Seite von Fred Bertelmann und Peter Alexander vergönnt war. Peter Garden wirkte auch in vielen 50er- und 60er-Jahre-Spielfilmen mit (IA IN OBERBAYERN, PUDELNACKT IN OBERBAYERN), bis er 1969 vom ZDF mit der GARDEN-PARTY als „neuer vierter Mann neben den Lieblingen Kulenkampff, Frankenfeld und Carrell“ aufgebaut werden sollte. Doch bald wurde Garden zu einer Belastung für das ZDF, als ihm u.a von Herbert Fux vorgeworfen wurde, er sei während der Nazizeit in Salzburg als „bezahlter Gestapoconfident tätig“ gewesen. Seine Planstelle wurde dann vom ZDF durch Hans Rosenthal ersetzt und Garden verschwand in der Versenkung. Und die GARDEN-PARTY, die der Star immer mit seiner Frau bestritten hat, wird wohl für alle Zeiten im ZDF-Giftschrank bleiben. Näheres zum Thema findet man in einem Titanic-Artikel von Christian Meurer und in Herbert Fux‘ Aufzeichnugen Wiederkehr und Abschied.

TV-Tip der Woche

Die fragmentarischen Hinterlassenschaften ihres Vaters hat Ulrike Schmoni vor vier Jahren zu einem filmischen Tagebuch der letzen anderthalb Jahre des an Leukämie erkrankten Ulrich Schamoni (CHAPEAU CLAQUE) montiert. ABSCHIED VON DEN FRÖSCHEN ist „ein Film über das Leben, das Haus, den Garten, die wunderbare Welt des Ulrich Schamoni.“ (Werner Sudendorf). Heute kurz vor Mitternacht kann man darin eintauchen, im ZDF.

70/32

Dieter Meier von Yello, „Akrobat des Scheiterns“ (NZZ) und SGE-Glamour-Boy in spe feiert heute seinen 70sten Geburtstag. Wir warten schon ungeduldig auf die Neuveröffentlichung seines einzigen Spielfilms JETZT UND ALLES. Das dazugehörige und vielversprechende Video ERSTSCHLAG ist schon mal für den MuVi-Preis nominiert.