Welche Krise genau?

Foto: Ulrich Mannes„Lohnt es wirklich, bei aller Freundschaft, über einen Vertreter der lohnschreibenden Zunft, über einen Journalisten, der für den Tag und nicht für die Ewigkeit schrieb… einen ganzen Film zu machen und ins Kino zu bringen?“ Das fragt der Kritiker Bert Rebhandl in seiner gestrigen FAZ-Besprechung von Dominik Grafs Porträtfilm über Michael Althen WAS HEISST HIER ENDE?, der ab heute in den bundesdeutschen Kinos läuft (ja, Althen hat vor ziemlich genau zehn Jahren dieser Publikation feuilletonistische Weihen verliehen, mit seiner Glosse „Olivia Pascall forever“), – und er findet keine befriedigende Antwort. Vielfachen Widerspruch hat ein Kapitel des Films hervorgerufen, überschrieben mit „Zeitungskrise, Filmkrise, Kulturkrise…“, in dem seine Freundeskollegen den „großen Nachruhm, den Althen jetzt erfährt“, mit der angeblichen Trostlosigkeit des Journalismus von heute in Zusammenhang bringen. Diesen Sonntag aber stellt sich Graf im Kino Münchner Freiheit den Fragen des Publikums.

Ein Bild und seine Geschichte

TO BE (Selbstauslöser)Auf der Rückreise vom Giallo-Kongreß in Rom (siehe unten) machte SGE-Herausgeber Ulrich Mannes dieses Wochenende Zwischenstation in Bevagna, dem umbrischen Domizil von Clemens Klopfenstein, der gerade zusammen mit seiner Assistentin, der Schweizer Filmgestalterin Carmen Stadler, mit den Dreharbeiten für seinen experimentellen Spielfilm TO BE 7151 begonnen hatte. Ulrich Mannes wurde für einen Tag als Requisiteur (sehr requisitenlastig) und Tonmeister (Nagra) engagiert (Details folgen noch).

Glamour-Hit der Woche

Olivia Pascal, unser Proto-Glamour-Girl, unvergleichlich in GRIECHISCHE FEIGEN (1976) und vor allem im SGE-Kanon-Film SUMMER NIGHT FEVER (1978), Blickfang auf den Covern der ersten beiden SigiGötz-Entertainment-Ausgaben, bewies Affinität zur Popmusik als Moderatorin der Fernsehsendung BANANAS (vgl. SGE #21). Vor 35 Jahren erschien ihre einzige Single: Glad All Over. Das Original, den Klassiker der Dave Clark Five, kann man aber kaum wiedererkennen. Es ist mehr ein Piepsen, Seufzen und Stöhnen, mit dem sich die Pascal über den Text hermacht. – SE

In eigener Sache (Ende)

Die SGE.de-Redaktion ist wieder besetzt. Wir bedauern, daß wir das Ableben von Paul SahnerPierre BriceJames LastChristopher Lee  und  Horst Brandstätter  nicht instant würdigen konnten, beobachten aber jetzt wieder das SGE-relevante Geschehen live und in all seiner Umfänglichkeit.

„…falsch, aber es klingt gut“ (70/34)

In den SGE-Kosmos wollten wir Rainer Werner Fassbinder bislang nicht integrieren. Vielleicht sehen wir das nach dem Geburtstagsfest im Innenhof der Fassbinder-Wohnung ganz anders. Alle dürfen morgen mitreinfeiern in der Reichenbachstraße 12 (in den 70sten) und Geschenke gibt’s auch.

Mini-Goethe

Oskar Roehler weiß nicht wofür Wim Wenders, „dieser Miniatur-Goethe“, berühmt ist: „Ich habe mich bei seinen Spielfilmen immer nur grauenhaft gelangweilt. Mit einem Freund habe ich mal im Kino während der Vorstellung einen Wenders-Film wie einen Porno sychronisiert Das war lustig.“ (nachzulesen im Buch Zwei der Pfingst-SZ). Das Münchner Filmmuseum ehrt diesen Monat Wim Wenders mit seinen Jahrgangsgefährten Werner Schroeter und Rainer Werner Fassbinder und zeigt morgen den SGE-Kanon-Film IM LAUF DER ZEIT, mit Produzent Mike Wiedemann als Gast.