Zitat der Woche

„Ja, die Jazzorgel und der Zarathustra-Anfang, das ist schon recht raffiniert gemacht“ – Christian Bruhn im SZ-Gespräch anläßlich des morgigen Eurovision Song Contest über den SGE-Glamour-Hit Wunder gibt es immer wieder. Bruhn ist auch zweimal Thema im aktuellen SGE.

80/57

Wir gratulieren Hartmut Bitomsky, den „filmenden Theoretiker“ (critic.de), der „im Kinobild nie nur den Sinn, sondern immer auch die Sinnlichkeit gesucht hat“ (Tagesspiegel) und mit dem Essay- und Actionfilm HIGHWAY 40 WEST im ersten SGE-Kanon vertreten ist, zum 80sten Geburtstag.

Weil sie es können!

In Berlin startet heute mit dem 7. STUC eine riesengroße Filmsause. Wir zitieren aus der Ankündigung: „Nach einem langen, stählernen Jahr der Abstinenz ist es endlich wieder so weit: der STUC lädt zu einem langen Wochenende der metallischen Filmkunst, im frisch grundsanierten Filmrauschpalast. Dabei wird es, wie gewohnt, allerlei Fundstücke aus der filmischen Rumpelkiste zu sehen geben, in allen denkbaren Metalllegierungen und Farbstichen. Kopien, von denen uns selbst ihre Besitzer tunlichst abraten, werden noch ein mutmaßlich letztes Mal durch den Projektor gejagt. Und zwischendurch schmuggeln wir vermutlich auch mal einen schönen Film rein, einfach weil wir es können.“ Es beginnt mit DER KONGRESS AMÜSIERT SICH, zu den Highlights gehört sicher Wim Wenders‘ BAP-FILM (als BLUC) , aber am Sonntag kommt ein Trumpf nach dem anderen: am großen Tag der LÜMMEL-FILME (alle sieben gibt’s zu sehen, analog). In SGE # 31 (das Heft kann man noch erwerben) erklärt SGE-Autor Jochen Werner, worauf es beim STUC ankommt.

Es geht aber noch weiter in Berlin: Ab morgen kann man parallel im Zeuhaus-Kino die anspruchsvoll kuratierte Filmreihe Mit Nonchalance am Abgrund verfolgen. Da kann man „die Filme der Neuen (!) Münchner Gruppe durch eine etwas andere analytische Linse entdecken“. Alle sind dabei: Lemke, Thome, Schmidt, Müller, Zihlmann….                            

Wer es aber nicht nach Berlin schafft, sollte die Kurzfilmtage in Oberhausen besuchen und  unbedingt einen geheimnisvollen Tanzfilm von SGE-Autor Rainer Knepperges ansehen.

Bossix Kauka

Der SGE-Leser weiß es schon seit Heft #36: Comic-Produzent Rolf Kauka (Fix & Foxi) wollte auch beim Film Fuß fassen. Doch eine kontinuierliche Filmproduktion brachte er nicht zustande. In welchen bundesrepublikanischen Gewerken Kauka sonst noch Fuß fassen wollte und konnte, das erzählt die erste Kauka-Biographie von SGE-Autor Bodo V. Hechelhammer, Fürst der Füchse, die jetzt bei Langen-Müller erschienen ist. PS: Spiegel und Report München berichten auch.

Nachgefragt… bei Prof. Reinhold Rürup, Editor-at-Large von SigiGötz-Entertainment

Angesichts des brutalen, völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Rußlands auf die Ukraine sehen viele sich gezwungen, Rußland mit einer ganz neuen Brille zu betrachten. Betrifft das auch dieses Magazin? Wir fragen nach bei Prof. Reinhold Rürup, Editor at Large von SigiGötz-Entertainment. *** Herr Prof. Rürup, angesichts des brutalen, völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Rußlands auf die Ukraine fordern viele wie von der SPD auch von SGE eine ehrliche und umfangreiche Aufarbeitung ihrer Rußland-Politik. Was sagen Sie dazu? Natürlich nichts, weil wir haben nicht mit Rußland zusammengearbeitet. Aber wollten Sie das nicht mal? Ich sage nur: THERE IS NO SEX IN THE SOVJET UNION. Na gut, das ist der Arbeitstitel eines bislang nicht verwirklichten Projekts über den Siggi-Götz-Star Betty Vergès, der bis heute in Rußland als Idol verehrt wird (vgl. SGE #15, März 2009). Aber Betty war ein Undergroundstar in der ganzen Sowjetunion und wird bis heute auch in der Ukraine bewundert. Deshalb tauschen wir, wenn’s denn doch mal weitergeht mit dem Projekt, einfach die Ländernamen aus und schon sind wir auf der richtigen Seite.

Bruno Sukrow †

„Er wurde im Alter von 82 Jahren von jenen Fluch heimgesucht, den als Segen so viele sich wünschen. Er wurde Filmemacher.“ (Rainer Knepperges in SGE # 25) Wie wir heute erfahren mußten, ist der Filmbastler Bruno Sukrow schon letzten Sonntag mit 94 Jahren (also nach 12 Schaffensjahren) gestorben. Hier kann man sich seine Filme nochmal anschauen und hier plaudert der Meister aus dem Nähkästchen.

Aus der Hundertschaft

Das Filmarchiv Austria reagiert jetzt endlich und zeigt zwei Filme des im Januar verstobenen Lisa-Produzenten Karl Spiehs. In der Wild Friday Night (Metro Kinokulturhaus Wien, Historsicher Saal ) laufen morgen aus seiner „Hundertschaft an Produktionen“: VANESSA (von Hubert Frank, mit Olivia Pascal) und DREI SCHWEDINNEN IN OBERBAYERN (von Siggi Götz), „die Apotheose der Lederhosen-Sexklamotte und das Meisterwerk des teuto-psychotronischen Kinos“.

Foto: Lisa Film / Filmarchiv Austria