Mit dem heutigen Montag beginnt die öffentlich-rechtliche TV-Festwoche zu Ehren von Götz George, der morgen seinen 75sten Geburtstag feiert. Als Höhepunkt haben die Programmverantwortlichen den ARD-Mittwoch auserkoren, an dem zur Primetime (in Konkurrenz zur Fußball-EM der Frauen) eine Schimanski-Folge wiederholt und anschließend das Doku-Drama GEORGE gezeigt wird. Zweihundertausend Zeichen sollen zu diesem Ereignis schon produziert worden sein. Und ganz schön gemein ist es, wie die allermeisten Rezensenten „die Rübezahlfigur, den Haudegen, Höhlenmenschen und Schlagetot“, kurzum das Schauspieler-Kraftwerk Heinrich George gegen Sohn Götz (für alle die es noch nicht wissen: er ist benannt nach dem Götz von Berlichingen) ausspielen. Bleibt die leidige Frage: Wer von diesen Rezensenten hat eine dieser Performances, „die im Kern sentimentale Saft-und-Kraft-Schauspielerei von Heinrich George, der das Genie, für das er sich hielt, immer mitspielt“ schon mal auf einen ganzen Film verteilt gesehen? Vielleicht doch nur einer: Eckehard Knörrer im Freitag.
SGE-Leser im Porträt: Popa & Gröner
Veranstaltung der Woche
Im aktuellen SigiGötz-Entertainment haben wir unsere Leser schon darauf vorbereitet, auf das Filit-Buch von SGE-Autor Peter Nau, Irgendwo in Berlin, das aus lauter Miniaturen besteht, in denen es um “philosophische, literarische und filmische Momente geht…“ Bemerkenswert: „Wenn man sie liest, kommt man zu einer inneren Ruhe“ (HH. Prinzler). Die Probe aufs Exempel gibt der Autor heute am Großen Wannsee, wo das Literarische Colloquium Kleine Verlage vorstellt.
100/4
SGE-Glamour-Boy Peter van Eyck (STATION SIX-SAHARA, LE SALAIRE DE LA PEUR, FIVE GRAVES TO SAHARA, DAS MÄDCHEN ROSEMARIE, DER KOMMISSAR u.v.a.m.), der eigentlich Götz von Eick heißt, „ein Heimatloser im besten Sinne… der auf undurchsichtige Typen spezialisiert war“ und „auf elegante Weise durchdringend und bedrohlich sein konnte“ (Stefan Ertl, SGE-6), hätte heute seinen 100sten Geburtstag gefeiert. Wenigstens wir erinnern an ihn.
Preisträger der Woche
Vor drei Jahren war es Klaus Lemke. Heute bekommt den Filmpreis der Landeshauptstadt München Michael Verhoeven, der einerseits „die Menschen gern wachrüttelt und sich einmischt“, andererseits „Stellung bezieht und auf Mißstände aufmerksam macht“ (Erich Lusmann, KulturWelt, BR), aber auch im großen SGE-Kanon vertreten ist. Was werden die rasenden SGE-Reporter dazu sagen?
Lustliebeköderschrei
SCHREI NACH LUST – LIEBE ALS KÖDER, ICH SPÜRE DEINE HAUT, DAS GESTÄNDNIS EINES MÄDCHENS, EIN KÖRPER VOLLER LUST. Das Komm-Kino zeigt als Sommer-Special sagenhafte deutsche Roughies von Günter Schlesinger und noch so mach andere SGE-relevante Highlights. Ab nach Nürnberg.
SGE gratuliert Jakob Lass (Förderpreisträger Neues Deutsches Kino für LOVE STEAKS)
Veranstaltungstip der Woche
Während die rasenden SGE-Reporter in München die Verleihung des Förderpreises Neues Deutsches Kino ins Visier nehmen, gibt in Mannheim der Filmregisseur, Schauspieler, Gebrauchtwagenhändler, Stadtentwickler, Filmkritiker, UN-Berater, Papst des deutschen Underground-Kinos und SigiGötz-Entertainment-Mitarbeiter Rainer Knepperges einen Workshop über eine verbotene Sensation im Kino.
Puppa Armbrüster †
Judith „Puppa“ Armbrüster, aka Puppa Arno, die zwei frühe Siggi-Götz-Produkte (ALPENGLÜHN IM DIRNDLROCK & BOHR WEITER KUMPEL) sowie unzählige REPORT-Filme auf nicht uncharmante Weise bereichert hat, zwischenzeitlich mit dem Ehrentitel Supergroupie belegt und später von Klaus Lemke zusammen mit Cleo Kretschmer für dessen TV-Film IDOLE gecastet wurde, irgendwann aber ihr Leben nur noch mit Drogen und Medikamenten ertragen konnte und der Öffentlichkeit abhanden gekommen war, stirbt am 22.06 mit 62 Jahren.
Filmfest-Passagen
Eine Sondermitteilung für die Flaneure unter den Filmfest-München-Besuchern: Im Durchgang zu den City-Kinos befindet sich für die Dauer des Filmfests eine Plakat-Ausstellung über den Speditionsunternehmer, Kinobetreiber, Filmverleiher, Produzenten und Regisseur Alois Brummer, mit vielen Appetithäppchen (lauter Originalplakate seiner Kinoproduktionen), die Lust auf die im Herbst (an fünf Dienstagen) geplanten Brummer-Festwochen in der Pasinger Fabrik machen sollen.

