Die aktuelle Openair-DVD-Kritik

Demnächst im Handel: Die restaurierte Fassung von ZUR SACHE SCHÄTZCHEN, die erste Komödie, die der Junge Deutsche Film hervorgebracht hat, „die Schwabinger Minimalversion von James Joyce’ Ulysses“ (Joe Hembus). „Restaurierte Fassung“ bedeutet, daß man das Bildformat an die heutigen Sehgewohnheiten angepaßt hat (von Normalformat auf 16:9) ohne einer puristischen Minderheit wenigstens optional das ursprüngliche Format zur Verfügung zu stellen. Aber alle wichtigen Informationen sind noch im Bild, das hat Werner Enke auf der Pressekonferenz versichert. Im zwölfseitigen Booklet befindet sich neben einem Text von Regisseurin May Spils noch ein Aufsatz von Gerhard Schröder (Bundeskanzler)…

Götz‘ Woche beginnt

Mit dem heutigen Montag beginnt die öffentlich-rechtliche TV-Festwoche zu Ehren von Götz George, der morgen seinen 75sten Geburtstag feiert. Als Höhepunkt haben die Programmverantwortlichen den ARD-Mittwoch auserkoren, an dem zur Primetime (in Konkurrenz zur Fußball-EM der Frauen) eine Schimanski-Folge wiederholt und anschließend das Doku-Drama GEORGE gezeigt wird. Zweihundertausend Zeichen sollen zu diesem Ereignis schon produziert worden sein. Und ganz schön gemein ist es, wie die allermeisten Rezensenten „die Rübezahlfigur, den Haudegen, Höhlenmenschen und Schlagetot“, kurzum das Schauspieler-Kraftwerk Heinrich George gegen Sohn Götz (für alle die es noch nicht wissen: er ist benannt nach dem Götz von Berlichingen) ausspielen. Bleibt die leidige Frage: Wer von diesen Rezensenten hat eine dieser Performances, „die im Kern sentimentale Saft-und-Kraft-Schauspielerei von Heinrich George, der das Genie, für das er sich hielt, immer mitspielt“ schon mal auf einen ganzen Film verteilt gesehen? Vielleicht doch nur einer: Eckehard Knörrer im Freitag.

Veranstaltung der Woche

Im aktuellen SigiGötz-Entertainment haben wir unsere Leser schon darauf vorbereitet, auf das Filit-Buch von SGE-Autor Peter Nau, Irgendwo in Berlin, das aus lauter Miniaturen besteht, in denen es um “philosophische, literarische und filmische Momente geht…“ Bemerkenswert: „Wenn man sie liest, kommt man zu einer inneren Ruhe“ (HH. Prinzler). Die Probe aufs Exempel gibt der Autor heute am Großen Wannsee, wo das Literarische Colloquium Kleine Verlage vorstellt.

100/4

Peter van EyckSGE-Glamour-Boy Peter van Eyck (STATION SIX-SAHARA, LE SALAIRE DE LA PEUR, FIVE GRAVES TO SAHARA, DAS MÄDCHEN ROSEMARIE, DER KOMMISSAR u.v.a.m.), der eigentlich Götz von Eick heißt, „ein Heimatloser im besten Sinne… der auf undurchsichtige Typen spezialisiert war“ und „auf elegante Weise durchdringend und bedrohlich sein konnte“ (Stefan Ertl, SGE-6), hätte heute seinen 100sten Geburtstag gefeiert. Wenigstens wir erinnern an ihn.

Preisträger der Woche

Vor drei Jahren war es Klaus Lemke. Heute bekommt den Filmpreis der Landeshauptstadt München Michael Verhoeven, der einerseits „die Menschen gern wachrüttelt und sich einmischt“, andererseits „Stellung bezieht und auf Mißstände aufmerksam macht“ (Erich Lusmann, KulturWelt, BR), aber auch im großen SGE-Kanon vertreten ist. Was werden die rasenden SGE-Reporter dazu sagen?

Lustliebeköderschrei

SCHREI NACH LUST – LIEBE ALS KÖDER, ICH SPÜRE DEINE HAUT, DAS GESTÄNDNIS EINES MÄDCHENS, EIN KÖRPER VOLLER LUST. Das Komm-Kino zeigt als Sommer-Special sagenhafte deutsche Roughies von Günter Schlesinger und noch so mach andere SGE-relevante Highlights. Ab nach Nürnberg.