Hansjürgen Pohland †

Und plötzlich doch eine SGE-relevante Meldung aus Cannes: Hansjürgen Pohland, Regisseur des Science-Fiction-Films WARUM DIE UFOS UNSEREN SALAT KLAUEN (mit Curt Jürgens, Hildegard Knef, Raimund Harmsdorf, Günter Pfitzmann und Ursela Monn) stirbt vorgestern beim Baden in: Cannes. Sein bekanntester Film ist aber die Günter-Grass-Adaption KATZ UND MAUS von 1966. Wie dieser Film, worin neben Wolfgang Neuss zwei Söhne von Willy Brandt mitspielen, damals ins Visier der Sittenwächter und in den Fokus der Politik geriet, beleuchtet das überaus aufschlußreiche Buch Für die Katz und wider die Maus von Enno Stahl, der den Film besser findet als die literarische Vorlage.

Zum Hören

„Eine peinliche Veranstaltung…“ „Ich kann mich nicht erinnern, daß irgendeine Art von Wohlbefinden entstanden ist…“ „Der Maestro sieht aus wie ein Mafioso…“ – Stimmen aus dem Radiofeature KUROSAWA 86 von Moritz Holfelder über „das letzte Familientreffen des deutschen Films.“

Glamour-Hit der Woche

In ihren goldenen Spandex-Outfits war SGE-Glamour-Girl Gilla (vgl. SGE #1) ein Fetisch-Girl des deutschen 70er-Pop. Ihre von Frank Farian produzierten Singles Ich brenne, Zieh’ mich aus, Tu es und Willst Du mit mir schlafen gehen? bilden einen tollen Liederzyklus des Eindeutigen. Der SGE-Glamour-Hit Der Strom der Zeit (1977) ist ein melancholischer Lobgesang auf die Liebe im Hier und Jetzt. Einen Remix des Songs hat SGE-Glamour-Boy DJ Hell 2011 aufgenommen. – SE

Blog der Woche

Eben darauf aufmerksam gemacht worden: Marissa Mell, „Graz‘ güldene Tochter“ (Sebastian Selig), Star des europäischen Genre-Kinos und im aktuellen SigiGötz-Entertainment zum SGE-Glamour-Girl der Extraklasse aufgestiegen, wird schon seit 2008 mit einem Blog gefeiert.

Rom Coms im Fokus der Kritik – eine kritische Betrachtung

Mit Filmkomödien, insonderheit mit deutschen Filmkomödien, machen sich ernstzunehmende Kritiker lieber nicht so schnell gemein. In der FAZ vom Freitag klaubt Bert Rebhandl zwei aktuelle deutsche Romantic Comedies auseinander, die gerade im Kino unterwegs sind: MISS SIXTY und IRRE SIND MÄNNLICH. Er kommt zwar zu der Einsicht, daß die Filme eine brauchbare Grundformel auf höchst professionelle Weise umsetzen, zieht aber dennoch kein positives Fazit: „Komödie beginnt, wenn jemand sich nicht mit den Abziehbildern zufrieden gibt, die hier als Figuren durchgehen. Wo etwas auf dem Spiel steht, was nicht mit einem Eiertanz um Drehbuchformeln besänftigt werden kann.“ Und das können die beiden Filme offensichtlich nicht leisten. Ist es aber nicht genau umgekehrt? Muß eine Komödie nicht gerade mit Abziehbildern arbeiten? Ist beim Genrekino ein Eiertanz um Drehbuchformel nicht unumgänglich? Und ist der ganze Aufsatz nicht ein Eiertanz um ein Thema, mit dem der Autor eh nichts am Hut haben will? Und vor allem: Sind diese beiden Filme überhaupt die geeigneten Objekte, um zu fragen, „was bloß los ist mit deutschen Komödien?“ – UM