Eine kleine Buchrezension

In diesem Sommer hatte ich das Privileg im Rahmen der Münchner Filmkunstwochen einen Vortrag über ein ausgefallenes cineastisches Thema meiner Wahl zu halten. Für diese besondere Ehre ließ ich Siggi Götz ausnahmsweise mal links liegen und öffnete unter dem Motto Trash & Treasures meinen Kosmos für das weite Spektrum der Phantomfilme, für Filme, die „mit großem Einsatz, viel Geld und prominenter Besetzung produziert und nach ihrer Fertigstellung aus den verschiedensten Gründen dem medialen Verwertungskreislauf entzogen wurden.“ (so der Ankündigungstext) Doch schon in der Vorbereitung geriet ich ins Schwimmen, merkte bald, wie wenig abgesichert ich auf diesem Themenfeld bin. Ich hatte zwar ein paar verheißungsvolle Titel und exklusive Ausschnitte in Reserve, wußte aber bis zuletzt nicht wie man das Thema als Ganzes einzugrenzen hat: Ab wann ist ein Film ein Phantomfilm? In welche Untergruppen kann man Phantomfilme aufteilen? Und wie recherchiert man überhaupt Phantomfilme? Zur Hilfe kam mir unversehens eine Neuerscheinung auf dem Filmbuchmarkt: Die besten Filme, die Sie nie sehen werden

Festivals der Woche

Sind Festivaltips noch SGE- bzw. zeitgemäß? Sollen wir überhaupt noch auf sowas hinweisen? Auf die Hofer Filmtage, die – Sensation! – diesmal einen „starken Bezug zu aktuellen und politischen Themen haben“? Oder auf das nicht weniger zeitbezogene Pornfilmfestival in Berlin? Oder auf die Viennale, die gerade von SGE-Glamour-Boy Peter Handke gestreift wurde und ein Fritz Kortner sowie ein Scopitone-Special auflegt?

80/17

„Schlagermaschine“ Christian Bruhn, „dessen Werkverzeichnis der reine Glamour ist“ (vgl. SGE #9) feiert heute seinen 80sten Geburtstag. Neben Klassikern wie Wunder gibt es immer wieder oder Marmor, Stein und Eisen bricht, einer Unmege von Werbeclips und TV-Titelmelodien stammt aus seiner Feder auch die Musik von TIMM THALER, mit dem sich Sig(g)i Götz-Rothemund ins seriöse Fach gerettet hat.

70/26

Udo Kier, „Kölns einziger (!?) Weltstar“, der weder vor Siggi Götz (DIE EINSTEIGER) noch vor „Arthouse-Plunder“ (Olaf Möller) zurückgeschreckt ist, wird heute 70 Jahre alt und läßt sich irgendwo bestimmt groß feiern.

Glamour-Hit der Woche

Der große Erfolg blieb Jane Palmer versagt, obwohl sie mit Joachim Heider (siehe SGE-Glamour-Hit vom 14.04.2014) auf Marianne Rosenbergs Komponisten zurückgreifen konnte und ihre Stimme mehr Soul und ihre Songs mehr Groove hatten. Auf der B-Seite der Single Dream On Dreamer Boy (1976) findet sich unser Glamour-Hit der Woche: The Night Is Too Long Without You, ein lasziver Blues, die Palmer liegt alleine im Bett und ruft ihren Liebhaber an. Unsicher, eifersüchtig und verlangend seufzt sie ihr Anliegen ins Telefon. Da im Netz kein Link zum Stück zu finden war, bieten wir zum Trost einen Auftritt von Jane Palmer in der ZDF-HITPARADE. – SE

Forum der Woche

„Jeder ist willkommen, sofern er oder sie das 18. Lebensjahr vollendet hat!“ Heute und morgen läuft im Nürnberger Komm-Kino das fünfte öffentliche Forentreffen unserer Partnerseite Deliria-Italiano. Auf dem Programm stehen: Vier Filme (von Jess Franco, Ruggero Deodato, Andrea Bianchi, Lucio Fulci), handverlesene Zelluloid-Trailershows, kompetente (bzw. gefürchtete) Einführungen und „der eine oder andere weitere Spaß.“ Und eine Tombola soll’s auch geben.