Diese Tage kann SigiGötz-Entertainment sein 25jähriges Bestehen feiern. Auf den Tag genau läßt sich das Erscheinungsdatum unseres Ersten Versuchs leider nicht mehr zurückverfolgen, denn damals, im April 2001, haben wir die Tragweite dieses Ereignisses noch nicht geahnt und glatt vergessen, den Termin im Kalender anzustreichen.
Auf eine weitere verdienstvolle Filmreihe müssen wir noch aufmerksam machen. Das Zeughauskino zeigt bis Anfang Juni 25 Filme von Harald Reinl, vielleicht ja die erste reine Reinl-Retro und eine, die das Früh-, Haupt- und Spätwerk, also alle Karriereetappen gleichermaßen berücksichtigt.
Das Programm startet heute, am Karfreitag, mit „Christlichen Todesmelodramen“ und endet nächstes Wochenende mit allerlei „Kinogeschichten“. Dazwischen Filme, die die aktuelle Kollektiv-Besetzung jeweils als erstes in diesem Keller gesehen hat – und dazu noch allerlei Lieblingsfilme. Wir müssen gar nicht verraten, welches Etablissement sein 50jähriges feiert.
Daß er zum SGE-Titelstar wurde, hat er womöglich selbst nicht mitbekommen. Doch als Darsteller in Günter Hendels …SOVIEL NACKTE ZÄRTLICHKEIT wurde ihm an der Seite von Doris Arden diese Ehre zuteil (vgl. SGE #33). Nun ist der Schauspieler, Theater- und Opernregisseur Lutz Hochstraate im Alter von 84 Jahren gestorben.
„Ich hatte daheim auf vergilbtem Papier eine kleine Glosse von ihm gelesen, in der er einst unter der Überschrift „Sozialer Burgenbau für gefallenen Adel“ mit dem neuen oder jungen deutschen Film hart ins Gericht gegangen war. Er geißelte, was er bis heute „die Frömmelei der Avantgardeoffiziere“ zu nennen pflegt. Immer noch widerspricht er vehement, beinahe wütend, der verbreiteten Annahme, Alexander Kluge hätte Humor.“ – Rainer Knepperges in „Reise flußaufwärts“ (SGE #18, November 2010) über einem Produzenten im Ruhestand, der anonym bleiben wollte.
Ursula Andress, SGE-Glamour-Girl der ersten Stunde und allererstes Bond-Girl, und Star bei Clemens Klopfenstein (als Madonna in einer lebenden Pietà) feiert heute ihren 90sten Geburtstag. Wir gratulieren! (Bild aus: DIE VOGELPREDIGT von Clemens Klopfenstein)
Im Komm-Kino zu Nürnberg steigt heute wieder der Hofbauer-Kongress mit frisch ausgegrabenen analogen Archivschätzen und einem Wiedersehen mit zentralen Kongress-Regisseuren. Bis Sonntag gibt es 16 Überraschungsfilme zu sehen. Die rasenden SGE-Reporter sind diesmal nicht dabei – aber gespannt, wie überraschend der Kongress am Ende gewesen sein wird.
Im Alter von 81 Jahren starb am vergangenen Sonntag der Sammler, Verleger und Mäzen Egidio Marzona, der in einem halben Jahrhundert eine der umfangreichsten Sammlungen von Avantgarde-Kunst zusammengetragen hat (vgl. hier). Außerdem hat Marzona den bibliophilen Nachlaß von SGE-Autor Hans Schifferle erworben, man auch sagen: gerettet. Also eine auf 30 000 Bände angewachsene Filmbibliothek (vgl. SGE # 40). Und die Entstehung des „Film & Schrift“-Bandes Hans Schifferle – Berufung: Kritiker hat er auch unterstützt. Eine ausführliche Würdigung folgt – spätestens im nächsten SGE (Foto: Marzona in Hans Schifferles Wohnzimmer)