
SGE-Agenda 41/42

Das Personality-Magazin für Deutschland, Österreich und die Schweiz

„Ich hatte daheim auf vergilbtem Papier eine kleine Glosse von ihm gelesen, in der er einst unter der Überschrift „Sozialer Burgenbau für gefallenen Adel“ mit dem neuen oder jungen deutschen Film hart ins Gericht gegangen war. Er geißelte, was er bis heute „die Frömmelei der Avantgardeoffiziere“ zu nennen pflegt. Immer noch widerspricht er vehement, beinahe wütend, der verbreiteten Annahme, Alexander Kluge hätte Humor.“ – Rainer Knepperges in „Reise flußaufwärts“ (SGE #18, November 2010) über einem Produzenten im Ruhestand, der anonym bleiben wollte.

Im Komm-Kino zu Nürnberg steigt heute wieder der Hofbauer-Kongress mit frisch ausgegrabenen analogen Archivschätzen und einem Wiedersehen mit zentralen Kongress-Regisseuren. Bis Sonntag gibt es 16 Überraschungsfilme zu sehen. Die rasenden SGE-Reporter sind diesmal nicht dabei – aber gespannt, wie überraschend der Kongress am Ende gewesen sein wird.

Er war Haushaltsgehilfe und Protegée von Winifred Wagner und Regieassistent bei Hans-Jürgen Syberberg und Franz-Josef Spieker – und bei May Spils. Mit Werner Enke zog er durch Schwabing. Als er selbst Regie führen konnte, „entschied er sich gegen die Kunst – und ist bestens damit gefahren“. Auf den Trauerseiten der Süddeutschen Zeitung erfahren wir nun, daß der TV-Regisseur Hans-Jürgen Tögel (JAKOB UND ADELE, DAS TRAUMSCHIFF, DIE SCHWARZWALDKLINIK), der in Konkurrenz zu Sig(g)i Götz-Rothemund „rekordverdächtige 430 Stunden Fernseh-Film gedreht hat“ (SZ), im Alter von 84 Jahren gestorben ist. Sein Erinnerungs-Buch Traumreise meines Lebens ist natürlich Teil unserer Glamour-Bibliothek (vgl. SGE #36).
Nun auch im Filmmuseum München, dem : Buchvorstellung


Das Werkstattkino München zeigt bis nächsten MIttwoch eine bunte Reihe über „Frauenbilder im Deutschen Film“. Mit dabei sind: Beatrice Manowski (SGE-Glamour-Girl), Helene Hegemann, Karoline Herfurth u.v.a.m. Höhepunkt ist morgen RHEINGOLD von Niklaus Schilling mit der Ende letzten Jahres verstorbenen Elke Haltaufderheide. Wir erleben „tabubrechende Darstellung von Erotik und Sexualität“ den Rhein entlang im Trans-Europ-Express.

Dank seiner bemerkenswerten Auftritte in den Reinecker-Krimis (DER KOMMISSAR, DERRICK, DER ALTE) ist er für uns schon lange ein Kandidat für die SGE-Character Actors. Erst letzten Monat, in der HFF-B-Kurs-Reihe, konnte man ihn in einer frühen Kinorolle bewundern, in MANNI von Gerd Haenel. Da hat er einen starken Auftritt als Kriminalbeamter (in den Credits wurde er unterschlagen, jetzt haben wir sie angepaßt). Nun haben wir erfahren, daß der Schauspieler Lambert Hamel, der sich lt. FAZ „auf Bösewichter wie Witzbolde verstand“, mit 85 Jahren verstorben ist.