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„Peter hat sich immer für das Entlegene interessiert und darüber mit einer besonderen, poetischen Zuneigung geschrieben.“ (Hans Helmut Prinzler). Wir gratulieren Peter Nau, der seine einfühlsamen Miniaturen auch mehrmals in SigiGötz-Entertainment (vgl. SGE # 17, 20, 23 und 25) veröffentlicht hat, ganz herzlich zum 80sten Geburtstag.
Zauberhaft
Für alle, die sich dieses Wochenende im Raum Rothenburg ob der Tauber aufhalten: Der diesjährige Märchenzauber von Rothenburg zeigt morgen im Rahmen seines zauberhaften Kulturangebots im Filmpalast Forum den Klassiker DIE SCHLANGENGRUBE UND DAS PENDEL (dem wir unser aktuelles Cover verdanken). Zu unserem großen Bedauern muß der geplante Vortrag „Die Schlangengrube und das Pendel – Rothenburg wird zur Metropole des Grauens“ entfallen.
Bester Dinge
SGE-Monetarisierungsmanager Dr. Erich Lusmann hat dementiert, daß er wie Elon Musk (Twitter) mit Hilfe von kostenpflichtigen blauen Häkchen die SGE-Leserschaft zu spalten beabsichtige. „Wie sollte das überhaupt funktionieren,wenn wir gar keine Kommentarfunktion haben?“ Ein Schutzschirm für die gerade entstehende 38ste SGE-Ausgabe sei auch nicht geplant, bzw. „nicht nötig“.
Zeitgeist, teuflisch

Für alle, die sich gerade in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main aufhalten: Das Caricatura-Museum zeigt 60 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Pardon-Ausgabe die Jubiläumsausstellung Teuflische Jahre. Auf vier Ebenen und über 15 Stationen kann man schön portioniert nachverfolgen, wie sich die „deutsche satirische Monatsschrift“ zum „Zeitgeistmagazin des Aufbegehrens gegen den Muff der Adenauerzeit“ entwickelte, sich laufend gegen die Verbots- und Zensurbemühungen der klerikalen Sittenwächter behaupten mußte, wie sich hier die Zeichner der „Neuen Frankfurter Schule“ zusammenfanden und wie die Schrift mit seiner Hinwendung zu New-Age-Themen in den 70er Jahren langsam bedeutungslos wurde. Vermißt haben wir ein Kapitel über SGE-Glamour-Girl Andrea Rau, das als Covergirl und mit den Anita-Bildergeschichten ihren Anteil an der heute unvorstellbar hohen Auflage hatte (zeitweise über 300 000 Exemplare).
SGE unterwegs: Paris

Die Magie von Hand, Schrift und Papier
„Der Zauber und die Macht, ja Gewalt, die in der künstlerischen Darstellung vom Lesen und Schreiben anschaulich werden, bilden ein sehr spezielles Genre.“ Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum zeigt zu diesem speziellen Genre nun Bilder aus der hauseigenen graphischen Sammlung. Die Kabinettausstellung Bann und Befreiung – Über Lesen und Schreiben wurde vom Schauspieler, Schriftsteller, Fotografen, Dramaturgen, Essayisten und SGE-Favoriten Hanns Zischler kuratiert, und wir können sie allen Lesern, die sich noch bis Januar 2023 im Raum Köln aufhalten, empfehlen.
Ralf Wolter †
Er war sich für gar nichts zu schade. Klar, daß man ihn auch in etlichen Lisa-Filmen sehen konnte. In PIRATENSENDER POWERPLAY (Siggi Götz) spielte er den Programmdirektor und in GRAF DRACULA (BEISST JETZT) IN OBERBAYERN (Carl Schenkel) war er als Draculas Erfüllungsgehilfe Boris dabei. Nun ist Ralf Wolter, der sich früher oder später auch bei unseren SGE-Character-Actors wiederfinden wird, im Alter von 95 Jahren gestorben.
Dreigenerationenprojekt
Ein im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtiges Buch wollen wir unseren Lesern nahelegen: Blaues Blut – Remix, ein „Dreigenerationenprojekt“ des Regisseurs und Produzenten Veith von Fürstenberg (dessen Debüt EIN BISSCHEN LIEBE wir vor kurzem im Theatiner wiederentdeckt haben), in dem der Autor die Aufzeichnungen seines Vaters und seines Großvaters verarbeitet. Vater Leo war ein Abenteurer, der in den dreißiger Jahren in New York gelebt hat, mit dem Schoner So Fong durch Ostasien gereist ist und nach dem Krieg im diplomatischen Dienst als Botschafter der Bundesrepublik auf den
Philippinen tätig war. Großvater Friedrich war als oberschlesischer Gutsbesitzer ein passionierter Jäger, der sein Anwesen in Kopanina krisenfest durch die Zeiten brachte und 1944 als glühender Verehrer Hitlers starb. Veith von Fürstenberg stellt diese konträren Lebensläufe kapitelweise gegenüber, fungiert selbst als „Moderator, Rechercheur und gelegentlicher Kommentator“ und ergänzt die Kapitel noch assoziativ mit eigenen Erinnerungen und lässig gezeichneten Vignetten. Blaues Blut – eine autobiographische Collage, erschienen bei Zweitausendeins, unser Buchtip des Monats.
Modellbau von Freiheit
Wie alle Jahre empfehlen wir allen unseren Lesern, die sich im Raum München aufhalten, das heute beginnende Underdox-Festival. Artist in Focus ist diesmal der Künstler Harald Vogl, der am Samstag und am Sonntag im Filmmuseum seinen New-York-Zyklus vorstellt. Zum Höhepunkt erklären wir die Kurzfilmrolle am Dienstag im Werkstattkino. Da geben sich ganz viele SGE-Mitarbeiter ein Stelldichein.