Dem deutschen Kino galt generell nur ihre begrenzte Anteilnahme, und überhaupt: sie widmete sich weniger den obskuren, abseitigen Werken der Filmproduktion, war also nicht so direkt für den SGE-Kosmos zuständig. Doch führt einen die Textauswahl mit Kritiken über Filme, die man bisweilen noch ganz gut in Erinnerung hat, ziemlich konzentriert vor Augen, daß sie „auch dort einen Bedeutungsreichtum entdeckte, wo er ihren Kollegen meist verborgen geblieben ist“ (wie es Gerhard Midding in seinem Nachruf für epd-Film schrieb). Der 19te Band der Reihe Film & Schrift (in der Edition Text und Kritik) ist der 2002 verstorbenen Kritikerin und Redakteurin Brigitte Desalm gewidmet, die 30 Jahre für den Kölner Stadt-Anzeiger tätig war, daneben Filmessays für den WDR verantwortete und Texte für Steadycam verfaßte. Ausgewählt haben die Beiträge Thomas und Sascha Koebner, zwei Vertraute von Brigitte Desalm, die in einleitenden Essays ihr „monologisches Temperament“ hervorheben, sie aber auch als strenge Redakteurin beschreiben, die ihren Autoren einschärfte nur den Film zu besprechen, den man gesehen hat und nicht den, den man hätte sehen wollen.
Falsche und echte Todesmeldungen
Heute mußten wir eine Meldung vom SGE-Newsdesk wieder zurückziehen: SGE-Glamour-Girl Birgit Doll ist gar nicht gestorben, wie es verschiedene österreichische Zeitungen zunächst gemeldet hatten. Aber diese Verwirrung ließ uns etwas länger auf den österreichischen Newseiten verweilen und dadurch stießen wir auf eine andere Todesmeldung, die sich wohl nicht mehr revidieren läßt: Roman „adabei“ Schliesser ist schon vor gut einer Woche im Alter von 84 Jahren gestorben. Schliesser war der Co-Autor des Karl-Spiehs-Prachtbandes Die Supernase und hat sogar mal ein Drehbuch für Spiehs mitverfaßt. Glaubt man einer Dissertaton über seine Gesellschaftskolumne, dann war Franz Antel der meistgenannte adabei-Promi. Bestimmt hätte Schliesser uns noch so manches sagen können, was den SGE-Kosmos bereichert hätte…
Hoven-Hexen-Triple
Heute im Rahmen der Austrian Pulp-Retro (siehe unten): Ein „Saftstück Satanismo“, Andrian Hovens Hexen-Filme, und als Premiere die Doku HEXENJAGD IN MAUTERNDORF, teilweise gedreht während des legendären Hexensymposiums in Tamsweg. Anwesend sind Adrian Hovens Sohn Percy (wird er auch was zu Dr. Proebstl sagen?) und die Witwe Joce Hoven.
Schlechte SGE-Verstecke
Andreas Mannkopff †
Glaubt man Wikipedia, dann war Andreas Mannkopff († 9. Oktober 2015) einer der meistbeschäftigten deutschen Film- und Fernsehschauspieler der 1970er und 80er Jahre. Er spielte für Siggi Götz und Sigi Rothemund, für Erwin C. Dietrich, aber auch einen der vielen Ehemänner in ZUM ZWEITEN FRÜHSTÜCK: HEISSE LIEBE von Hubert Frank (vgl. Glamour-Girls spezial in SGE #20), und er soll mit dem satirischen Film NIE WIEDER ALKOHOL unter die Underground-Filmer gegangen sein. Vielleicht mal ein Fall für die SGE-Rechercheure.
Veranstaltung des Monats
Ab heute hat es Österreich wirklich besser: Im Metro-Kino steigt die von Paul Poet kuratierte Filmreihe Aus Fleisch und Blut – Austrain Pulp. In Anwesenheit der Hauptdarstellerin Edith Leyrer sowie des Filmkomponisten Gerhard Heinz wird die Reihe mit der restaurierten Fassung des Eddy-Saller-Films GEISSEL DES FLEISCHES eröffnet. Der gehört natürlich zum SGE-Kanon!
Not
Glamour und Versöhnung
Veranstaltung der Woche
Kurzes, Langes, Fiktionales, Dokumentarisches, Experimentelles, Essayistisches, Künstlerisches und vielleicht sogar SGE-relevantes zeigt das 10te Underdox-Festival. Eröffnung heute um 20 Uhr im Filmmuseum/München. Die rasenden SGE-Reporter schauen auch mal vorbei.
Schlechte SGE-Verstecke
103/1
Lukas Ammann, Schweizer Schauspieler, Kabarettist, ein „Spezialist für die gehobene Unterhaltung“ (Neue Zürcher Zeitung), der als soigniert-lässiger Nebendarsteller in JET GENERATION, DÄLLEBACH KARI, EIN GROSSER BLAUGRAUER VOGEL sowie HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT noch auf der SGE-Glamour-Boy-Warteliste steht, wird heute unglaubliche 103 Jahre alt. Gratulation!

