„SGE in Not“ hat eingeschlagen
Dank Ihrer Spendenbereitschaft hat sich unsere akute Finanznot schon beträchtlich gemindert, was uns natürlich verpflichtet mit SigiGötz-Entertainment weiterzumachen. Wer aber noch einen der wenigen freien Plätze auf der SGE-Wall-of-Compassion demnächst im 28sten SGE erwerben will, kann sich kurzfristig noch mit einer kleinen Spende einkaufen.
Veranstaltungen der Woche
Auf zwei Veranstaltungen von SGE-Autoren müssen wir unbedingt noch hinweisen: Heute in Berlin erzählt Rolf Aurich im Rahmen einer Zauberveranstaltung über Helmut „Katalang“ Schreiber, der einst zweigleisig als Magier und Filmproduzent gearbeitet hat. Morgen stellt in Bern Benedikt Eppenberger die Graphic Novel Golem im Emmental vor, zu der er die Story geliefert hat. Mit den Filmen DIE KÄSEREI IN DER VEHFREUDE (1958) und DJANGO (1966) gibt’s noch zwei Inspirationsquellen zu sehen.
70/39
Heute endlich gehen die schon seit vielen Wochen laufenden Udo-Lindenberg-Festspiele zu Ende. Und wir sollten vielleicht doch noch daran erinnern, daß Udo Lindenberg (70) zu den SGE-Glamour-Boys gehört. „Spätestens nach dem seltsam zerfahrenen Film PANISCHE ZEITEN (1980) hätte er sich zur Ruhe setzen sollen“, heißt es in SGE #6 (gibt’s demnächst für alle Abonnenten als pdf). Seine zerfahrene Filmographie wäre allerdings nochmal einen SGE-Artikel wert.
Historische SGE-Cover (30er Jahre
Exilausgabe)
Retro der Monats
Seit letzter Woche drängen Langzeit-Studenten und Hippies, Herumtreiber und Gammler, Leistungsverweigerer und Lebenskünstler auf die Leinwand des Berliner Zeughaus-Kinos: Den ganzen Mai noch laufen in der Filmreihe Komödie der Gammler (als zweiter Teil der Lachenden Erben) SGE-Kanon-Filme sowie notorische Klassiker von (und mit) Maran Gosov, Werner Enke, Ulrich Schamoni u.a. – und zwischendrin finden sich auch noch ein paar wundersame Raritäten.
Kinoveranstaltung der Woche
Eike Geisel (1945–1997) war einer der prononciertesten Kritiker der deutschen Vergangenheitsentsorgung und des hinterher stolz präsentierten moralischen Mehrwerts. Viele seiner Essays erschienen in konkret, und mit Die Wiedergutwerdung der Deutschen liegt seit vergangenem Jahr endlich eine umfangreiche Sammlung seiner Texte vor. Ganz ohne Archivmaterial unternimmt nun Mikko Linnemann mit TRIUMPH DES GUTEN WILLENS den Versuch, sich dem grandiosen Polemiker Geisel zu nähern. Dies gelingt durch Rezitationen und Interviews unter anderem mit Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder. TRIUMPH DES GUTEN WILLENS läuft heute Abend im Kölner Filmclub 813. – SE
Niklaus Schilling †
Er war der Chefkameramann der Münchner Gruppe, hat dann als Regisseur „Genreelemente kühn kombiniert“ und das „deutsche Kino neu vermessen“, so daß er mit einem Film eigentlich in den SGE-Kanon gemußt hätte. Am 6. Mai ist Niklaus Schilling in Berlin gestorben. Wir verweisen deshalb auf das Fillt-Buch Ein notorischer Grenzverletzer, von Karl Prümm, einem Autor, der „Filme wirklich lesen und eindrucksvoll erschließen kann“ (H. H. Prinzler).
Es geht weiter
SGE.de hatte eine ganze Woche Betriebsferien. Jetzt sind wir wieder am SGE-Desk, rücken bald mit einer Bilanz unserer Initiative Notopfer SGE heraus und können für demnächst ein neues Heft in Aussicht stellen.
Gesehen & verstanden
Nikolai Müllerschön ist ein mit allen Genre-Wassern gewaschener Filmemacher, der seine cineastischen Vorbilder vornehmlich im amerikanischen Kino gefunden hat. Mit Heiner Lauterbach (siehe unten) hat er vor ein paar Jahren eine Firma namens Handschlag-Film gegründet und mit HARMS gleich ein stilechtes Heistmovie abgeliefert. Das zweite gemeinsame Projekt, FRAUEN, bedient sich ganz anderer Genreformeln: es ist ein Mix aus Roadmovie, Cultureclash,- und Buddy-Komödie. Heiner Lauterbach spielt einen schwerreichen Unternehmer, der in einem Nest irgendwo in Sachsen eine geheime Terminsache zu erledigen hat, am Flughafen aber den falschen Chauffeur erwischt, nämlich den nervig-neurotischen Martin Brambach, und beide können nicht verhindern, daß noch ein weiterer Mitfahrer dazustößt: Blerim Destani, der sich gerade um seine eigene Hochzeit gedrückt hat und sich nun vor dem Clan seiner Fast-Ehefrau retten muß. Unterwegs legt sich das Trio noch mit einer Rockerbande an und schlittert buchstäblich in den Abgrund… FRAUEN ist bestimmt nicht so desaströs, wie von der einen oder anderen Kritik behauptet. Doch beflügelt fühlt man sich von der Komödie, die übermorgen in den deutschen Kinos anläuft, dann leider auch nicht, was vielleicht daran liegt, daß diesmal (anders als bei HARMS) Fördergelder und der Sender Sky im Spiel sind… Wie auch immer, Nikolai Müllerschön und seine bemerkenswerte Kinokarriere: demnächst ein Fall für SigiGötz-Entertainment.
