Im Mai

Wir gehen für ein paar Tage in die Mai-Andacht und halten uns bis Pfingsten mit Postings zurück.

Ideen in Dresden

Ein neues SGE-Versteck

Dieses Wochenende eröffnet in Dresden das Archiv der Avantgarden (ADA) von Egidio Marzona, das nach dem „sechsjährigem Umbau eines historischen Gebäudes (Blockhaus aus dem 18. Jahrhundert) als neuer Ausstellungs-, Forschungs- und Debattenort der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dienen soll“ (DPA). Zum Auftakt widmed sich das Archiv mit rund 300 Kunstwerken dem „surrealistischen Impuls“. Welcher Impuls die rasenden SGE-Reporter zur Teilnahme an der Eröffnungsveransttung bewegt hat, das erzählen wir spätestens im nächsten SGE.

Michael Verhoeven †

Für die einen ist der vor fünf Tagen im Alter von 85 Jahren gestorbene Michael Verhoeven eine Randfigur geblieben, für die anderen ein Außenseiter. Sein Werk ist ziemlich uneinheitlich. Doch „seine Tür stand jedem, der von ihm etwas wollte, sperrangelweit offen“ (FAZ). Mit Dr. Meinhardts trauriges Ende hat er eine beachtliche KOMMISSAR-Folge und mit EIN UNHEIMICHER STARKER ABGANG (mit Katja Rupé und Elmar Wepper) einen SGE-Kanon-Film realisiert.

Welttag

Auch wir feiern heute, am Welttag des Buches, das Lesen, und verkünden, daß wir gerade im Begriff sind, fürs 40ste SigiGötz-Entertainment unsere Glamour-Bibliothek auszubauen. Wer wissen will, wie wir das Lesen bislang gefeiert haben, der kann ruhig mal reinschauen in SGE #36 & #37. Aber auch in alle anderen.

Grafik: Dr. Erich Lusmann

 

Keinen Cent

Die Skandale werden nicht weniger. Während vor ein paar Tagen SCHMETTERLINGE DER NACHT von Andreas Lechner in München seine Premiere in der digital restaurieren Fassung hatte, emport sich die Lebensgefährtin von SGE-Glamour-Boy Richard Rigan (†), der in dem Film eine tragende Rolle gespielt hat, via Abendzeitung: „Andreas Lechner macht Reibach mit Richard. Eine Sauerei! Für die neue Fassung des Films hat er 60.000 Euro Förderung bekommen, aber Richard hat keinen Cent gekriegt. Obwohl er alle Einladungen, alles an Marketing am verstorbenen Richard aufzieht. Dazu die Einnahmen von den Kinokarten. Tut mir leid, wenn ich das so sagen muss, aber: Das ist wirklich eine Schande.“

Die größte Nummer

Unter dem Motto „Ich mach’ mein’ Dreck alleene“ ehrt das Zeughauskino Berlin in Kooperation mit der Deutschen Kinemathek an drei Sonntagen den aus Schlesien stammenden Bühnen- und Rundfunkkomiker Ludwig Manfred Lommel. Er war „ein kalauernder Wortverdreher, ein Vokalverschieber und Konsonantenaufweicher mit eigentümlicher, kräftiger Klangfarbe“ und damit in den 1920er und 1930er „die größte Nummer im deutschen Radio“. Dann ist er auch noch Vater von SGE-Glamour-Boy Ulli Lommel und natürlich würdiges Mitglied in unserem Club der Nebendarsteller (vgl. SGE #33, Ganz neue Character Actors). Am morgigen Sonntag, 16 Uhr, geht’s los mit der ganz auf Lommel zugeschnittenen, „krachledernen Komödie“ PAUL UND PAULINE von 1936. Die Einführung hält SGE-Autor Rolf Aurich, dem wir dieses Programm voller wundersamer Wiederentdeckungen zu verdanken haben.

100/12

„Wer wissen will, was die Bundesrepublik nach dem Krieg, bis weit nach der Wende bewegte, kann Johannes Mario Simmel lesen – romantische Nebenhandlung inklusive“ (NDR). Auch wir haben uns mehrfach und sogar kontrovers mit dem Vielschreiber beschäftigt (vgl SGE #27, German Angst-Luggi Waldleitner und Simmel; SGE #28, Simmel & Siodmak – Ein Sixties-Sittenbild). Zum 100sten Geburtstag folgt der ORF Simmels Lebensspuren (IM AUFRECHTEN GANG  – wird den deutschen Zuschauern leider vorenthalten), im Literaturhaus München unterhalten sich heute die Biografin Claudia Graf-Grossmann und der Kritiker Hannes Hintermeier über den „betörend unterhaltsamen und zugleich hochpolitischen“ Chronisten einer Epoche, auf den wir womöglich auch nochmal zurückkommen müssen.

Wieder ein Aufbruch

Für alle, die sich gerade in der Steiermark aufhalten: Seit heute kann man in Graz die Diagonale, die jährliche Leistungsschau des österreichischen Films, besuchen, mit einem neuen Leitungsduo und einem filmgeschichtlichen Special über drei Versionen von MÄDCHEN IN UNIFORM. Wer gerade nicht in Graz ist, der kann auf 3Sat vergangene Preisträgerfilme sehen – diesen zum Beispiel.

Vera Tschechowa †

Sie war eine der fünf Töchter von Heinz Erhardt in WITWER MIT FÜNF TÖCHTERN, sie spielte im Lisa-Film-Spektakel IN FRANKFURT SIND DIE NÄCHTE HEISS und für Rudolf Thome in TAROT. Gestern starb mit 83 Jahren die Schauspielerin Vera Tschechowa, von der sich sicher noch mehr Rollen für SGE-Kosmos erschließen lassen.