Ferry Radax †

Die österreichische Presse vermeldet den Tod des Jazzpianisten, Tänzers und Filmemachers Ferry Radax (MOSAIK IM VERTRAUEN, AM RAND), der in Österreich eine prägende Figur der Filmavantgarde war, neben Peter Kubelka und Kurt Kren, und eigentlich auch von uns mal näher betrachtet werden müßte.

90/27

„Im bundesrepublikanischen Unterhaltungskino der späten 50er Jahre war sie eine der meistbeschäftigten Schauspielerinnen, gemeinsam mit Ruth Stephan zuständig für verschroben komische Akzente am Rand der mal albernen, mal grimmig sentimentalen Liebeshändel der Haupthandlung.“  – Rainer Dick in SGE  #34 über die Schauspielerin Carla Hagen, die heute ihren 90sten Geburtstag feiert. Erinnert sonst jemand an sie? Wir haben nichts gefunden.

Ein neues Kapitel

Während in Venedig mit dem „lässigsten Festival der Welt“ (Artechock) der Festivalbetrieb zur Normalität zurückkehrt, schlägt der Freistaat Bayern ein neues Kapitel auf und ermöglicht seinen Bürgern ab heute eine „neue Form der Freiheit“ (Markus Söder). Und deshalb kann der SGE-Kaufladen jetzt ganze sieben SGE-Ausgaben zum Verkauf anbieten – komplett ohne Kundenbeschränkungen !

70/51

Vor 70 Jahren erschien bei uns das erste Micky Maus-Heft, „ein Meilenstein für die Comicgeschichte in Deutschland“ (BR). Gefeiert wird das auch im Erika-Fuchs-Haus, das vor gut zwei Jahren von der SGE-Redaktion auf der Durchreise besucht wurde, um ein paar Interferenzen zum SGE-Kosmos zu finden. Ob es gelungen ist, kann man in SGE # 33 (Der Wert der Kartoffel als Grundnahrungsmittel) nachlesen.

In memoriam – ohne Genrepräferenz

Das Werkstattkino München (Dolly, Bernd & Waco) erinnert gerade an Hans Schifferle und zeigt zwei Wochen lang 14 Filme, die ihm gefallen haben. Und da er keine Genrepräferenz hatte, führt uns die Reihe durch Western, Expe­ri­mental-, Horror-, Sex-, Heimat- und Bikerfilme, durch Kurzfilme und TV-Serien (Titel muß man erfragen). Ein Höhepunkt ist der morgige Programmpunkt Wien Vortrag und Filme: „Ende März 2008 waren Hans und Bernd vom Österreichischen Filmmuseum eingeladen, um im Rahmen der Reihe ‚Kino wider die Tabus‘ (angelehnt an und inspiriert von Amos Vogels Standardwerk zum Thema), den Gedanken des ’subversiven Films‘ weiter zu denken und eine Auswahl erotischer Werke zu zeigen, die aus ihren Privatsammlungen und den Beständen des Werkstattkinos gespeist wurde. Unter dem Titel BLUE CLIMAX. STRIP-FILME, STAG MOVIES UND SUPER-8-PORNOS gab es eine kleine Einführung in die Geschichte der Schmalfilmpornografie und deren ‚Rezeption auf privaten Partys und in Vorführautomaten‘. Zur Anschauung kamen u.a. das erotische Kino des Londoners Harrison Marks (Vorbild für Karlheinz Böhms Rolle in Michael Powells PEEPING TOM), die Filme der dänischen Color Climax Corporation oder die dekadent-verwegenen Hippie-Pornos des Diplomatensohns Lasse Braun. Wir hören Hans‘ einzigen öffentlichen Vortrag und sehen die ausgewählten Filme in von ihm selbst in Auftrag gegebenen digitalisierten Fassungen.“ (Aus dem Programmzettel)

90/26

„Und sie wurde entdeckt, weil anscheinend jemand sah, daß auch sie nicht nur eine Schönheit war, sondern daß sie etwas hatte, eine Präsenz, ein inneres Leuchten, eine Art, sich zu bewegen, die in der Verbindung mit der Emulsion des Films den Zauber der Unwiderstehlichkeit wirken ließen.“ (Claudius Seidl, FAZ) Heute wird SGE-Glamour-Girl Marianne Koch 90 Jahre alt. Wir gratulieren!

Böse Genitalien

Morgen  um 22:15 Uhr ist es soweit. SGE-Autor Graf Haufen präsentiert im City-Kino als Late Night Film Lecture: Böse Genitalien. Wir zitieren aus der Anküdigung:
„Jeder hat sie, die meisten wissen, wie man sie gebraucht. Doch in dieser Film-Lecture soll es um fiese, dyfunktionale, eigenwillige und mörderische Genitalien gehen: teuflische Brüste, Killer-Penisse und Freuds Liebling, die Vagina dentata. Das bunte Sammelsurium der gemeinen Genitalien aus dem filmischen Universum nicht-pornografischer Filme stellt Graf Haufen alias Karsten Rodemann (Videodrom Berlin) vor. In einer launigen Lecture zeigt er Auszüge aus Educationals der gehemmten 1930er und 1940er Jahre sowie Filmszenen beginnend mit den freizügigen 1970ern bis heute. Von Kunst und Comedy bis Trash und Splatter ist alles dabei.“
„Ich werde aber besonders krasse und wirklich widerliche Sachen rauslassen.“  (Graf Haufen im Videodrom; Foto: Ulrich Mannes)