Gustav Ehmck †

Wieder ein Todesfall, von dem wir mit Verspätung erfahren haben und den u. W. bislang niemand zur Kenntnis genommen hat: Am 18. April ist der Regisseur Gustav Ehmck gestorben (gestern erst war sein vom Werkstattkino wiederentdeckter Film DIE SPALTE im Zeughauskino Berlin zu sehen). Zu seinem Œuvre zählen u.a. zwei HOTZENPLOTZ-Verfilmungen aus den 70er Jahren und die vorvorletzte Produktion von Erwin C. Dietrich, EIN SCHWEIZER NAMENS NÖTZLI. Zwei seiner frühen Filme, der psychologisierende Erstling und bundesfilmpreisgekrönte SPUR EINES MÄDCHENS (1967 – Debüt von Thekla Carola Wied) und SPIELST DU MIT SCHRÄGEN VÖGELN (1969 – „Ein neues Exemplar aus Jungfilmers Nacktfilm-Welle“ – Filmbeobachter) mit Jürgen Draeger, Horst Janson, Margarethe von Trotta und Eva-Ingebors Scholz warten noch auf ihre Wiederentdeckung und Eingliederung in den SGE-Kosmos.

Sie ist reif: SigiGötz-Entertainment – Die vierzigste Frucht

Sie hat folgendes zu bieten: Jochen Werner analysiert die deutsche Paukerkomödie im Spiegel der Jahrzehnte (Heul leise, Nietnagel); Benedikt Eppenberger erzählt, wie die deutsch-deutsch-schweizerische Produktion PESTALOZZIS BERG 1989 kurz vor dem Mauerfall zustande kam (Ich bin Pestalozzi), Rainer Knepperges vergleicht Agatha Christie mit Ludwig Wittgenstein (Cambridge –Wien – Bagdad); Bodo Hechelhammer und Ulrich Mannes kreisen die Karriere der Schauspielerin Maria Perschy im europäischen Genrekino ein (Blondes Dynamit), Stefan Ertl findet mit Anne Graf ein neues SGE-Glamour Girl. Ferner haben wir einen Nachruf von Rainer Dick auf Margaret Lee, eine Erinnerung von Eva Pampuch an Christl Kiener, sowie einen Bericht über den letzten CineGraph-Kongress (Achtung! Musik…). Schließlich erweitern wir die SGE-Glamour-Bibliothek um 20 Bände, die Nebendarsteller-Rubrik um acht Einträge. Und nicht zuletzt klären wir in aller gebotenen Kürze unser Verhältnis zum verstorbenen Patrons unseres Heftes.

Bestellung unter: info@sigigoetz.de

Filmtip der Woche

Der eine ist Sohn eines Flottenkommandanten im Zweiten Weltkrieg, der andere stammte aus einer angesehen hanseatischen Familie. Beide hat es über Toronto nach Kalifornen verschlagen. Oliver Schwehm (FLY ROCKET FLY, vgl. SGE #32) erzählt mit BORN TO BE WILD die Geschichte der Auswanderkinder John Kay und Nick St. Nicholas, die das Gravitationszentrum der Band Steppenwolf bildeten. Eine „Rockumentary“ mit einigen Überraschungen. Ab heute in in deutschen Kinos (und noch einmal beim beim Münchner Filmfest.)

Während wir…

..uns im Tunnel der SGE-40-Finalisierung befinden, hat das Müncher Filmfest ohne uns „einen erfrischenden Neustart“ (Gala) hingelegt. Diesmal sind dabei: Natja Brunckhorst , Désirée Nosbusch, Oliver Schwehm und Sohrab Shahid Saless… Und diese Veranstaltung haben wir noch gefunden.

Veranstaltung der Woche

Für alle, die sich heute im Raum Leipzig aufhalten: Um 17 Uhr wird im Luru-Kino in der Spinnerei der 23. Band der auch von uns wertgeschätzten Reihe Film & Schrift vorgestellt. Diesmal geht es nicht um eine Einzelperson, sondern um die Filmkritik, also um die Zeitschrift Filmkritik und das Zusammenspiel seiner Autoren mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Anwesend sind die Herausgeber Rolf Aurich und Michael Wedel sowie Mitautor Tilman Schumacher. Begleitend läuft ein Filmprogramm mit selten gezeigten Filmausschnitten (die nicht verraten werden). In anderen Städten soll das Buch später noch vorgestellt werden und wir werden natürlich auch darauf eingehen.

 

Sommernews

Die Fachwelt ist sich nicht einig, ob mit der heute beginnenden Fußballeuropameisterschaft wieder ein Sommermärchen zu erwarten ist. Wir von SigiGötz-Entertainment arbeiten gerade an unserem ganz persönlichen Sommermärchen und wissen immer noch nicht, welches Getränkespecial heute an der Bar vom Metrokino in Wien angeboten wird.

Feste feiern

Die regelmäßigen Leser dieser Seite wissen es ja schon: Das Filmarchiv Austria feiert im Metro-Kino zu Wien wieder einmal die Lisa-Film. Diesmal das 60jährige Jubiläum. Statt einer Best-of-Zusammenstellung werden diesmal die eher unbekannten B-Seiten des Lisa-Kosmos ausgelotet. Wir heben hervor: CHANGE (von Bernd Fischauer, nach einem Drehbuch von Wolfgang Bauer), KALT WIE EIS (Carl Schenkel) und natürlich die Wild Friday Night nächste Woche, in der mit zwei Filmen (ALPENGLÜH’N IM DIRNDLROCK & COLA, CANDY, CHOCOLATE) an Siggi Götz erinnert wird (mit „Getränkespecial an der Bar“). Den Anfang macht heute ein „absoluter Lisa-Lieblingsfilm“: GELD ODER LEBER (von Dr. Dieter Pröttel) in Anwesenheit von Mike Krüger und Otto Retzer. In der Haus-Buchhandlung kann man übrigens das Buch Wörthersee und Exploitation sowie die aktuelle SGE-Ausgabe kaufen (sofern noch nicht vergriffen) .

Ein Schweizer Doppel…

…läuft heute, 17 Uhr, zur Underdox-Halbzeit im Münchner Filmmuseum. Wir zitieren aus der Ankündigung: „Was haben Tula Roy und Peider A. Defilla gemeinsam, außer den Schweizer Pass? Die Antwort lautet: Christoph Wirsing. Der Kameramann hat mit den in und um München lebenden Schweizer Filmschaffenden gearbeitet, immer wieder, als stetiger Werkbegleiter. Zum 90. Geburtstag von Tula Roy und zum 70. Geburtstag von Peider A. Defilla laden wir zu einem Schweizer Doppel ein, zu zwei unterschiedlichen Werken, die jeweils die Signatur ihrer Entstehungszeit in sich tragen.“